20. Helgoland-Edinburgh Wettfahrt: Sunbird Dry First Ship Home
abgelegt im Archiv Regattafieber von Matt am 11.06.07

langen Abschlusswettfahrt der diesjährigen Nordseewoche durchsegelten die Crews Sturm bis Windstärke neun und heftige achterbahn
-Wellen, aber auch Flaute, Nebel und praller Sonnenschein waren zu durchstehen. Von Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland aus führte die Wettfahrt in die schottische Hauptstadt Edinburgh am Firth of Forth. Nach harten und abwechslungsreichen Tagen und Nächten auf See segelte die First 44,7 "Sunbird Dry" von Norbert Drücker aus Bremen am Donnerstagmorgen mit Abstand als erste Yacht ins Ziel im 400 Seemeilen
entfernten Edinburgh. Erst acht Stunden später folgten die nächsten
Konkurrenten.
"Wir waren gerade im Hafen, als hinter uns der Wind einschlief und die folgenden Yachten einparken mussten, da war auch ein bisschen Glück
dabei", erzählte "Sunbird"-Crewmitglied Lars Koop (39) aus Bremerhaven, der sich über den Sieg in der ORC Klasse freut. Die "X-Play" kam als dritte Yacht in Edinburgh an und sicherte sich Platz 1 in der nach IMS gewerteten Klasse. Und das obwohl Skipper Jens Nickel während des Sturms unter Deck der
bockenden Yacht so heftig gegen eine Tischkante geschleudert wurde, dass der Segelmacher aus Stade den ersten Landgang gleich ins Krankenhaus machen musste: die schottischen Ärzte prognostizierten eine angebrochene Rippe.
Freitagnachmittag erreichte mit der "Yes" von Hans-Joachim Goldt aus Hamburg auch die letzte Crew das schottische Festland und wurde fröhlich empfangen - mit Dudelsackmusik.
Auch für Wettfahrt-Koordinator Jens Kohfahl hatten es die letzten 30 Meilen durch den schottischen Fjord in sich: "Dicker Nebel und umlaufende schwache Winde haben uns kurz vor dem Ziel erwischt", so der Cuxhavener, der mit seiner Nicholson 31 "Tramontane" teilnahm und schließlich als einer der letzten ins Ziel segelte. Berechnet wurde Kohfahl
17.
Titelverteidiger Harm Müller-Röhlck aus Bremen erreichte mit seiner neuen "Okke", einer Dehler 35, mit Rang 14 der ORC Klasse in diesem Jahr einen Platz im vorderen Mittelfeld.
Die erste Wettfahrt mit seiner frisch fertig gestellten, selbst gebauten "Chiro First" segelte Markus Harbort aus Bremen. Der Chiropraktiker
musste sich mit seiner 55-Fuß-Yacht zum Auftakt allerdings mit Platz 31 in
der ORC Wertung zufrieden geben.
Einige Crews verabschiedeten sich vorzeitig aus dem Rennen und segelten nicht bis nach Edinburgh. "Chosi IV", "Dulcibella", "Gesa VI", "Sinfonie Sylt", "Schwarze Wand", "Luna", "Carpe Diem", "Lena" und "Zampano" meldeten sich bei der Wettfahrtleitung ab, so dass insgesamt 39 Teams die Langstrecke
erfolgreich beendeten.
Nicht gestartet war die als Favorit gehandelte "UCA" von Klaus Murmann. Die 26-Meter-Yacht wurde im Hafen von Helgoland beschädigt, und die Crew musste auf die Langstrecke verzichten.
Gewertet wurde die Regatta in den Klassen IMS und ORC. Alle Ergebnisse gibt es unter www.nordseewoche.org.
Nun steht auch der Sieger des Family Cruiser Cups fest: "Tante Schmidt",
gesegelt von Heiko Steppat aus Husum und seiner Crew konnte sich in der über Pfingsten gesegelten Serie vor Helgoland am Ende trotz Punktgleichheit gegen "Andiamo" von Peter Schiefelbein aus Bremen durchsetzen. Der Sieger des Family Cruiser Cups, der für Regattaeinsteiger ausgeschrieben ist, kann sich über ein Wochenende für die ganze Familie im Atoll Hotel auf Helgoland
freuen.
Foto: © Veranstalter/ Roehlck.
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