73. Nordseewoche: Treffen der Hochsee-Segler auf Helgoland
abgelegt im Archiv Regattafieber von Matt am 28.03.07

Jeweils im Wechsel mit dem Pantaenius-Rund-Skagen Race wird die Wettfahrt Helgoland-Edinburgh alle zwei Jahre ausgeschrieben. Als 1968 der geistige Vater der Helgoland-Edinburgh-Regatta, Meinhard Kohfahl, die Wettfahrt ins Leben rief, waren fünf Schiffe am Start. Sein Sohn Jens Kohfahl (52), der mittlerweile Wettfahrtleiter der berühmten 400-Seemeilen-Regatta ist, rechnet - 40 Jahre später - mit mehr als 30 teilnehmenden Crews.
Die Yachten werden je nach Wetterlage zwei bis fünf Tage bis in den
schottischen Hafen benötigen. Der Weg dorthin führt über die Doggerbank und kurz vor dem Ziel heißt es noch einmal Nerven zu behalten. Denn der Firth of Forth, der 30 Seemeilen lange Fjord nach Edinburgh, wartet häufig mit überraschendem Wetter auf und kann kurz vor dem Hafen noch einmal zur echten Herausforderung werden. "Vor allem 1986 war ein besonders dramatisches Jahr, und auch 1995 mussten zwei Drittel des Feldes wegen Sturmes aufgeben", berichtet der Cuxhavener Jens Kohfahl, der seit 1976 mit dabei ist.
Wer die Strecke geschafft hat, kann stolz sein. Der Bürgermeister von Edinburgh wird die Teilnehmer empfangen; aus Anlass des Jubiläums soll zudem eine Rückregatta nach Deutschland organisiert werden.
Neben der Langstrecke stehen vor und während der Feiertage zehn kürzere, aber nicht minder anspruchsvolle Wettfahrten auf dem Programm. Dazu zählen die Zubringer-Regatten von Cuxhaven um den Cuxport-Cup, von Bremerhaven und Wilhelmshaven nach Helgoland, der beliebte BHF-Bank-Cup Rund Helgoland und
die traditionelle hanseboot Acht sowie die entsprechenden Rück-Regatten.
Die Nordsee als anspruchsvolles Tidenrevier ist eine Herausforderung für
alle Segler. Es gilt den Strom zu nutzen und die richtige Taktik zu finden.
Auch das Ankern gehört bisweilen dazu, wenn die Yachten bei wenig Wind und viel Strom rückwärts zu treiben drohen.
Die Nordseewoche war schon immer eine Veranstaltung für Profis und Amateure gleichermaßen. Neben den nach Vermessungsformeln wie IMS (International Measurement System) oder ORC Club berechneten Yachten segeln auch Einheitsklassen wie Sprinta Sport und X-99 mit. Für Familien und ungeübte
Regattasegler ist erneut der Family-Cruiser-Cup ausgeschrieben. Hier können Crews ausprobieren, ob ihnen der Regattasport Spaß macht, ohne dass sie gleich zu ehrgeizig werden müssen.
"Die Nordseewoche ist die einzige Hochsee-Regattaserie in Deutschland und hat sich zu einem Saisonhighlight entwickelt. Gut 150 teilnehmende Yachten erwarten wir diesmal", meint Bernd Jörg, der vor vier Jahren die
Organisationsleitung übernommen hat. Mehr als 1500 Segler finden Ende Mai ihren Weg auf die Hochseeinsel, womit der Hafen randvoll gefüllt sein wird. Und zum ersten Mal in der Geschichte der Nordseewoche wird ein Gesamtsieger ermittelt, der Nordseewochen-Champion 2007.
An Land erwartet die Segler und Zuschauer ein buntes Angebot aus
Eröffnungsfeier und weiteren Feten. So zählt die hanseboot-Party am
Sonnabend in der Helgoländer Nordseehalle zu den gesellschaftlichen
Highlights der Regattaserie.
Die Wettfahrtserie wird von der Regattagemeinschaft Nordseewoche
ausgerichtet, die sich aus neun Segelvereinen zusammensetzt: Düsseldorfer Yacht-Club (DYC), Hamburger Segel-Club (HSC),
Norddeutscher Regatta Verein (NRV), Segelkameradschaft "Das Wappen von Bremen" (SKWB), Segler-Vereinigung Altona- Oevelgönne (SVAOe), Segler-Vereinigung Cuxhaven (SVC), Wassersportclub Helgoland (WSCH), Weser Yacht-Club Bremen (WYCB) sowie dem Weser Yacht-Club Bremerhaven (WYC).
Weitere Informationen: www.nordseewoche.org.
Foto: © NRV.
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