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von Matt am 06.06.07

Grund: Berlins letzte Wassertankstelle für Vergaserkraftstoffe und Segelyachten mit stehendem Mast läuft Gefahr, dichtmachen zu müssen. Die an einem Kopfsteg an der Scharfen Lanke gelegene Befüllstelle brannte am 17. Oktober des vergangenen Jahres ab. "Kabelbrand", sagt Betreiber Peter Twelkmeyer. Pünktlich zur Saison wollte er die Wassertankstelle wieder aufbauen. 28.000 Euro zahlte die Versicherung. Mehr als noch einmal soviel war Twelkmeyer bereit, in den Wiederaufbau zu investieren. Insgesamt 60.000 Euro stehen bereit, um den verzogenen Steg zu richten, ein neues Tankhäuschen zu errichten und die verschmorten Tanksäulen zu ersetzen.
Doch da hatte der Marina-Betreiber die Rechnung ohne die Behörden gemacht. Gleich derer vier meldeten sich zu Wort. Und meldeten Bedenken an. Stein des Anstoßes: Twelkmeyer will am Kopfsteg gleichzeitig mit der Wiedererrichtung der Tankstelle einen kleinen Verkaufspavillon aufstellen, bestehend aus drei Containern mit insgesamt 40 Quadratmetern Nutzfläche. Grund: "Das Tankgeschäft rechnet sich heutzutage nur noch durch den Warenverkauf", erklärt der erfolgreiche Drachensegler.
Außerdem sollen die Container eine Wassertourismus-Information beherbergen. Von alldem würden Berlins Wassersportler und Besucher per Boot durchaus profitieren: Tanken direkt auf dem Wasser, nebenbei gibt es eine Revierkarte, einen Snack und ein kühles Getränk.
"Wassertankstellen müssen wirtschaftlich arbeiten können, sonst finden sich keine Betreiber", sagt auch Bernd Süßkow. Der 64jährige Berliner Segler plante das Vorhaben an der Scharfen Lanke. Und reichte die Unterlagen beim Bauamt ein. Doch um die Container aufstellen zu können, musste die Plattform am Kopfsteg auf 153 Quadratmeter Fläche vergrößert werden. Damit handele es sich jedoch um einen "Neubau", meint Holger Pipper vom Bezirksamt Spandau. Juristisch mag der Beamte Recht haben. Für den potentiellen Tankstellen-Betreiber bedeutet diese Haarspalterei jedoch, dass sich mit einem Schlag die Baukosten um 70.000 Euro auf insgesamt 130.000 Euro erhöhen würden.
"Diese Summe steht in keinem Verhältnis zu den Erträgen", sagt Twelkmeyer, "Wenn wir keinen Sponsor für die Differenz finden, wird die Tankstelle nicht wieder eröffnet". Wo früher die Zapfsäulen standen, sollen dann fest vermietete Liegeplätze für Yachten entstehen. Die Boote säßen ohne Kraftstoff auf dem Trockenen. Ein weiterer Schritt in Richtung Benzinwüste Berlin - jedenfalls auf dem Wasser.
"Wenn die Tankstelle in gleicher
Größe wieder errichtet wird, und dabei aktuelle Umweltauflagen erfüllt werden, steht einer Genehmigung
eigentlich nichts im Weg", sagt Spandaus Baustadtrat Carsten-Michael Röding. Eigentlich. Denn das würde das "Aus" bedeuten für Twelkmeyers Traum von einem wassertouristischen Info-Punkt. "Aus" auch für den schnellen Kauf eines kühlen Getränks, einer Wasserkarte oder einer Rolle Klopapiers.
Die Marina im Internet: www.marina-lanke.de.
Foto: Peter Twelkmeyer von der Marina Lanke kämpft darum, seine abgebrannte Wassertankstelle in erweiterter Form wiederaufbauen zu dürfen.
Foto: © www.nass-press.de.
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Wong
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