Berlin: Tanke an der Lanke bald wieder geöffnet
abgelegt im Archiv Auf Kurs von Matt am 01.10.07

Vorausgegangen war ein monatelanges Ringen der Marina-Führung mit den Behörden, die einer Wiedererrichtung der im Oktober letzten Jahres abgebrannten Wassertankstelle mit teilweise nicht nachvollziehbaren Argumenten ihre Zustimmung verweigerten.
Doch damit ist jetzt Schluss: Seit Mittwoch steht fest, dass Berlins einzige Wassertankstelle wieder aufgebaut und in Betrieb genommen werden darf. Kai Wegner engagierte sich für den Wiederaufbau der "Tanke an der Lanke": "Durch die Berichterstattung in den Medien wurde der öffentliche Druck auf die Behörden, endlich unbürokratisch zugunsten der Antragsteller zu entscheiden, immer größer" sagt das Spandauer Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
"Eine verbindliche Regelung wird bis Ende des Monats erwartet", sagt Patrick Axel Sellerie, Büroleiter des Spandauer Baustadtrates. Etwas zu spät für die bald endende diesjährige Wasserportsaison kommt die Entscheidung für Tankstellen-Betreiber Armin Stegen: Doch der Falkenseer, bekannt seit 15 Jahren für Öffnungszeiten, die sich nach den Bedürfnissen der Wassersportler richten, macht seine eigene Rechnung über das Kanister-Tanken in der laufenden Saison auf: "Wenn von den 300 in der Marina liegenden Yachten an einem Tag 50 rausfahren, davon 30 tanken und wiederum bei der Hälfte derer beim Befüllen mit Kanistern jeweils nur ein Viertel Liter Diesel oder Benzin ins Wasser gelangen, sind das mehr als 35 Liter - pro Tag", begrüßt er die nun getroffene Entscheidung auch in ökologischer Hinsicht.
Nun bietet Stegen an Berlins einziger Wassertankstelle, nirgends sonst können übrigens Segelyachten mit stehendem Mast befüllt werden, bald neben Kraftstoffen auch maritime Karten, ein Internet-Portal und eine Tourist-Info. "Wer will, bestellt bei mir Brötchen oder Kartoffeln", verspricht der Tankwart.
Nicht nur für ihn beginnt im April nächsten Jahres eine neue Zeitrechnung: Die Wassersport-Metropole Berlin wird dann endlich wieder eine feste Wassertanke haben. Bleibt zu hoffen, dass bald auch in Reinickendorf und in Treptow-Köpenick Befüllstationen aufmachen, "sinnvoll wären mindestens zwei weitere in der Bundeshauptstadt", wünscht sich Kai Wegner: In diesen Revieren müssten Berliner Wassersportler nach wie vor lange Anfahrtswege auf eigenem Kiel in Kauf nehmen, um etwa in Ziegenhals oder am "Bunkerboot Spree" in der Rummelsburger Bucht ihre Tanks ökologisch korrekt betanken zu können.
Info: www.marina-lanke.de.
Foto: (von li. nach re.):
Gabriele Fliegel, Wirtschaftshof Spandau, Peter Twelkmeyer, Geschäftsführer Marina Lanke, Kai Wegner, MdB CDU/CSU-Fraktion, Wahlkreis Spandau, Patrick Axel Sellerie, Büroleiter des Baustadtrates von Spandau, Armin Stegen, Pächter Wassertankstelle Marina Lanke, beim Krisengespräch auf dem Gelände der Marina Lanke in Berlin, © www.nass-press.de.
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