Die Spree wird länger
abgelegt im Archiv Canoeing von Matt am 22.09.06

Nun soll ein weiterer Altarm angeschlossen werden: Der bei Stäbchen/ Sieverslake gelegene Flussabschnitt ist exakt 460 Meter lang. Weitere sollen schrittweise bis 2009 folgen.
Positiver Nebeneffekt für Wasserwanderer: Allein mit dem ersten Anschluss eines Altarms gewinnt der Fluss einen Kilometer Lauflänge. Weitere vier Durchstiche sollen bis 2009 folgen. Nach Abschluss des Projektes soll die Spree um 3,65 Kilometer länger sein.
Wir machen den Test, befahren den für die Hauptstädter identitätsstiftenden Fluss. Unsere Route führt uns stromabwärts von der Einsatzstelle am Alt-Schadower Nadelwehr über Kossenblatt nach Trebatsch auf der sogenannten Krummen Spree, weiterer, bereits in Planung befindlicher Abschnitt des "Masterplanes". Nomen est omen: Auf etwa 17 Kilometern verbindet die Strecke schlangengleich gewunden den westlich gelegenen Neuendorfer- mit dem Schwielochsee im Osten. Gleich mehrere Wasserwander-Rastplätze laden etwa in Werder, Kossenblatt, Briescht und Trebatsch zum Ausruhen und Picknicken.
Mike Dittrich, unser "Kanu-Scout", weist auf Teichrosen, die ihre anmutig geformten gelben Blüten gleich an mehreren Uferstellen zur Schau stellen. "Eigentlich ein Zeichen für Steh-Gewässer", sagt Paddler und Naturschützer Dittrich.
Allein fünf alte Arme weist der Fluss zwischen Alt Schadow und Trebatsch auf. In einen der über die Jahre offen gehaltenen, gleich südöstlich des kleinen märkischen Dörfchens Briescht gelegenen drehen wir vorsichtig unseren Mini-Bug.
Der Outdoor-Profi Dittrich begrüßt den "Masterplan Spree", der die menschgemachten Probleme wieder richten soll, auch wenn er Refugien seltener Arten öffnet und sie damit - im Falle rücksichtslosen Befahrens oder Betretens - stören könnte.
"Schau ganz tief in die Natur, dann verstehst du alles besser", schrieb albert einstein
. Mit ein wenig Glück entdecken Wassersportler künftig in den "angenähten" märkischen Altarmen weitere kleine Paddel-Paradiese, die es zu erkunden lohnt.Paddeln auf der Spree zwischen Alt-Schadow und Kossenblatt: Etwa mit Albatros-Outdoor in Beeskow/ Spreepark, www.albatros-outdoor.de.
Info "Masterplan":
In den nächsten drei Jahren wird das
Brandenburger Umweltamt im Rahmen des sogenannten "Masterplanes
Spree" allein im Bereich der Müggelspree vier weitere Altarme anschließen: bei Stäbchen/ Sieverslake (2006, 460 Meter), bei Kirchhofen (2007, 400 Meter), bei Mönchwinkel (2008, 1.100 Meter) sowie bei Freienbrink (2009, 690 Meter). Die Müggelspree ist das nördlichste von fünf Teilprojekten in dem Planungswerk. Bis 2009 soll "deutlich mehr passieren", verspricht Matthias Freude: Der Präsident des Brandenburger Umweltamtes plant bereits, auch die von uns befahrene Krumme Spree in den "Masterplan" einzubeziehen. Mit dem rund 3,1 Millionen Euro-Vorhaben soll die Spree ein durchgängig fließendes Gewässer - ein Fluss - bleiben.
Weitere Infos beim Umweltministerium Brandenburg, www.mlur.brandenburg.de).
Foto:
Paddeln auf der "Krummen Spree" zwischen Kossenblatt und Trebatsch, wie hier auf einem der Altarme bei Briescht, ist Naturerlebnis und Erholung pur.
Foto: © www.nass-press.de.
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