Exklusiv in der YACHT: Bundesregierung plant Restriktionen
abgelegt im Archiv Aktionen von Matt am 26.03.07

Der Anlass für diese Überlegungen ist überaus fragwürdig. Die Initiatoren in Bundesverkehrsministerium und Verbänden begründen die Maßnahmen mit Sicherheitsbedenken, obwohl die
Unfallzahlen seit Jahren konstant niedrig liegen. Für einen Anstieg des Risikos beim Segeln gibt es keinerlei Indiz, geschweige denn einen Beleg. Ausgewiesene Branchenkenner
verneinen unisono jeglichen Handlungsbedarf, unter anderen auch die Versicherer, die Schadensfälle und Entwicklungen als Erste registrieren. Das bestätigte Jürgen Tracht, Geschäftsführer beim Bundesverband Wassersportwirtschaft (BWVS), dem Hamburger Magazin: "Wir haben ganz objektiv kein Sicherheitsproblem".
Weithin unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben verschiedene Gremien dennoch einen Katalog von Grausamkeiten erarbeitet, die den vollmundig angekündigten Deregulierungs- und
Entbürokratisierungsbemühungen diametral zuwider laufen. Und die bedrohung
ist akut. Gerhard Philipp Süß, Generalsekretär des Deutschen Segler-Verbands (DSV), erklärt in der YACHT, die Thematik befinde sich in der Umsetzungs-, nicht in der Diskussionsphase. Eine entsprechende
Antwort der Bundesregierung vom 14. März auf eine Kleine Anfrage der FDP bestätigt das.
Neben Kennzeichnungs- und Ausrüstungspflicht birgt die Reform des Führerscheinwesens besonderen Zündstoff. Nicht nur wird die Beschränkung der Gültigkeit des Sportbootführerscheins See auf zu bestimmende Gewässer erwogen, so die Bundesregierung auf die FDP-
Anfrage. Darüber hinaus sind auch erhebliche Erweiterungen der Ausbildungsinhalte und eine Standardisierung der Prüfungsvorbereitung vorgesehen. Autodidaktisches Lernen etwa wäre dann nicht mehr möglich, die Kandidaten würden gezwungen, entsprechende Kurse zu belegen - und zu bezahlen.
Der DSV, formal Interessenvertreter von 1350 Vereinen und etwa 190 000 Seglern, hat die Einladung der YACHT zu einem runden Tisch zu der Thematik ausgeschlagen. Er ist mit der Durchführung entsprechender, kontenintensiver Prüfungen beliehen, etwa für Führerscheine und Funklizenzen. Der Verband war zudem an dem Entwicklungsprozess der Reformen beteiligt und soll laut BWVS-Mann Tracht künftig auch für die Erteilung der Kennzeichen zuständig sein.
So verfestigt sich der Eindruck, wie in einem gemeinsamen Positionspapier von BWVS, dem Deutschen Boots- und Schiffbauerverband und dem ADAC nachzulesen ist, dass vor
allem diejenigen das Regelungsniveau beeinflussen, die davon wirtschaftlich profitieren
Die YACHT bietet ihren Lesern die Möglichkeit, unter www.yacht.de und dem Quicklink Reformen gegen diese Vorhaben zu protestieren.
Den kompletten Report mit Hintergründen und Stellungnahmen zu den brisanten Reformprojekten gibt es in der aktuellen Ausgabe der YACHT, die seit dem 21. März am Kiosk
erhältlich ist.
Foto: Segeln wird teuer - jedenfalls wenn es nach den neuen Plänen der Bundesregierung geht. Foto © www.nass-press.de.
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Tags:
bundesregierung reformen Kennzeichnungspflicht Ausrüstungspflicht Reform des Führerscheinwesens Be
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