Fit & Sail: Wassersport mit „60 +"
abgelegt im Archiv Forschung & Wissenschaft von Matt am 21.09.06

Diesem Problem geht das Institut für Boots-Tourismus in seinem neuesten Projekt "Seniorensegeln" nach.
Die Ausgangslage: Der Anteil der über 60-jährigen Menschen an der Bevölkerung, der so genannten "Senioren", wächst von Jahr zu Jahr. In Deutschland werden in ungefähr 20 Jahren mehr "Senioren" zwischen 60 und 80 Jahren als Berufstätige im Alter zwischen 40 und 60 Jahren leben. Der Anteil der über 60-jährigen an der Bevölkerung wird dann ungefähr 25% betragen, das sind rund 20 Mio.
Aus Umfragen ist bekannt, dass rund 2% der Deutschen mehr oder weniger aktiv am Segeln interessiert sind, ein Potential von rund 400.000 am Segeln interessierte Menschen im Seniorenalter.
Demgegenüber konnte beobachtet werden, dass ältere Bootseigner ab etwa dem 70. Lebensjahr häufig nach einem jahrzehntelangen Seglerleben ihre Yachten und den Segelsport aufgeben. Die häufigsten Begründungen dafür sind, dass die Handhabung der Yacht für den Skipper oder seine Frau zu anstrengend geworden sei, oder, dass eine geeignete Crew fehle, da die jüngere Generation nicht (mehr) mitsegeln wolle.
Dabei sind die meisten dieser Segler - ihrem Alter entsprechend - fit und haben, wenn sie die 70 erreicht haben statistisch betrachtet noch eine weitere mittlere Lebenserwartung von rund 13 Jahren bei Männern und rund 16 Jahren bei Frauen. Fast alle Ex-Segler fahren weiterhin ihr Auto. Einige steigen um auf Hausboote und andere gehen ab jetzt mit einem Wohnmobil auf Tour.
Das Institut für Bootstourismus beschloss daraufhin, ein wissenschaftliches Forschungsprojekt auf die Beine zu stellen, das die Belastungen männlicher und weiblicher Segler vor allem der Altersgruppe "60+" bei typischen Aktivitäten auf Fahrtensegelbooten aus sportmedizinischer Sicht untersucht, und zwar sowohl unter Segel als auch unter Motor.
In der ersten Phase des Projektes soll untersucht werden, wie sich Konzepte zur integrierten Kontrolle von Hauptmaschine und Querstrahlrudern z.B. über einen gemeinsamen "Joystick" bei komplizierten Hafenmanövern unter Motor (z.B. bei Seitenwind) auf den Stress des Rudergängers und die Sicherheit der Manöver auswirken. Zu diesem Zweck wurden zwei Forschungsschiffe mit Bug- und Heckstrahlrudern ausgerüstet.
In Phase zwei wird die Kontrolle der Schoten insbesondere für kleine, gemischte Crews untersucht werden.
Ziel der Studien:
Einerseits sollen aktive und potentielle Segler auf die gesundheitsrelevanten Eigenschaften des Fahrtensegelns aufmerksam gemacht werden, andererseits, sollen Käufer, Hersteller und Ausrüster von Fahrtensegelbooten über Möglichkeiten zur gesundheits- und belastungsoptimierten Gestaltung und ausrüstung
von Booten informiert werden. Die Ergebnisse sollen im nächsten Jahr, voraussichtlich rechtzeitig zur boot 2007 in Düsseldorf, veröffentlicht werden.
Aktuelle Infos: www.iboat.de (siehe "Boat Report 3.1").
Foto:
Untersucht Belastungen bei älteren Fahrtenseglern: Dipl. Ing. Dr. Wolf- Dieter Mell vom Institut für Boots- Tourismus (IboaT);
Foto: © www.nass-press.de.
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