Gründerpreis: Torqeedo sahnt ab
abgelegt im Archiv Technik am 04.09.08

Dass innovatives Engagement von Zeit zu Zeit auch mal belohnt wird, zeigte sich unlängst bei der Vergabe des Deutschen Gründerpreises, einer Initiative von Stern, den Sparkassen, ZDF und Porsche. Der diesjährige Preis in der Kategorie Start Up, der Unternehmen für ihre erfolgreiche Umsetzung des Geschäftsplanes und die Etablierung am Markt auszeichnet, ging von 130 Bewerbern ausgerechnet an das Starnberger Unternehmen Torqeedo, und damit erstmals an ein Unternehmen aus der Wassersportwirtschaft, das sich der modernen Variante der Boots-E-Antriebe verschrieben hat.
Als Gründe für die begehrte Auszeichnung nannte die Jury, dass der Motor durch sein erhöhtes Drehmoment, das optimierte Propeller-Design und ein neuartiges Batteriemanagement eine doppelt so hohe Effizienz als Konkurrenzprodukte aufweise. Im Jahr 2005 setzten sich der Betriebswirt Christoph Ballin und der Elektrotechniker friedrich Böbel aus Starnberg ein ehrgeiziges Ziel: Die promovierten Tüftler wollten die besten elektrischen Bootsantriebe der Welt bauen. Heute, nur drei Jahre später, sind sie ihrem ehrgeizigen Ziel schon ein bedeutendes Stück näher. "Zehntausend Einheiten werden wir bis Ende 2008 weltweit, das heißt in 37 Ländern, verkauft haben", freut sich Klaus Peter Werner, einer von fünfundzwanzig Mitarbeitern, die mittlerweile von Planung, Herstellung, Vertrieb und Service der kleinen Kraftprotze leben.
Markenzeichen der kleinen Flautenschieber: Der leuchtend orangefarbene Propeller am Ende der Welle. In immer mehr deutschen, aber auch internationalen Häfen fallen sie ins Auge, angebaut an Segelyacht-Spiegeln genauso wie an Kanadiern oder Schlauchbooten. Schaut man genau hin, fällt die im Vergleich zu herkömmlichen elektrischen Bootsmotoren wuchtiger dimensionierte Schraube auf. Die ist mit dreißig Zentimetern Durchmesser bis zu sieben Zentimeter größer als vergleichbare Produkte, etwa von MotorGuide. Auch die Verwendung von drei anstelle von nur zwei Propellerblättern ist außergewöhnlich.
"Der Anbau großer Propeller wird möglich, weil wir im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren mehr Kraft direkt auf die Welle bekommen", erklärt Martin Schwarz. "Geringe Reichweite, schwache Leistung und riesiger Platzbedarf für schwere Batterien, das ist Schnee von gestern", sagt Schwarz. Und demonstriert, wie er das meint: Aus einem kleinen schwarzen, nur etwa 11 Kilogramm schweren Packsack entnimmt er nacheinander vier größtenteils aus Kunststoff und Aluminium bestehende Teile und legt diese fein säuberlich nebeneinander auf den Bootssteg: Motor mit Propeller und zweifach umgeklapptem Schaft, Bootsbefestigung, Pinne mit Regler und 24 Volt-Batterieteil. Innerhalb von nur zwei Minuten ist aus diesen Einzelteilen ein kompletter, einsatzbereiter Außenbordmotor mutiert. Zum Schluss wird noch das nur etwas mehr als drei Kilogramm schwere, durch das Stromnetz aufgeladene Batterieelement auf Lithium-Mangan-Basis auf den "Gasgriff" samt Steuerelement geklickt.
Zurzeit basteln die Tüftler am Starnberger See neben einem Außenborder für Kanadier an einem neuen 10 PS-Aggregat. Dann sollen endlich auch größere Boote und Yachten umweltfreundlich und leise übers Wasser schnurren, wenn gerade mal wieder Flaute herrscht auf dem See. Vorgestellt werden sollen beide neuen Aggregate übrigens auf der Düsseldorfer boot.
Informationen: www.torqeedo.com.
Foto: Martin Schwarz von Torqeedo demonstriert den Zusammenbau, (c) www.muencheberg-media.com.

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Tags: torqeedo außenborder außenbord motor maschine antrieb boot elektro E antrieb elektrisch gründungs
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Kommentar von:
Christoph
(04.09.08 1:59 Uhr)
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