Segeln: Fotoausstellung in Berlin
abgelegt im Archiv art maritim am 22.03.10

Zunächst lief alles wie geschmiert auf der stolzen Segelyacht Moonbeam IV. Der 1914 von William Five junior für den Briten Charles Plumtree Johnson gezeichnete, 35 Meter über Alles lange Gaffelkutter hat Klüver, Vorsegel und Groß gesetzt und befindet sich bereits auf der Rückfahrt zur Ziellinie. Die schwimmt, gekennzeichnet durch ein vor Anker liegendes Schiff und eine gelbe Tonne in der Form eines Tetraeders, in Sichtweite vor dem Fort Carré, einem der Wahrzeichen des Cote d`Azur-Städtchens Antibes an der südfranzösischen Mittelmeerküste. Kurz zuvor hat das Segelschiff, das wie kaum ein anderes dieser Zeit das Geschwindigkeits-Potential eines Racers mit dem Comfort eines Cruisers kombiniert, die Wendemarke der Regatta vor den Stränden von Juan-les-Pins auf der anderen Seite des Caps mit mehreren Schiffslängen Abstand vor dem erbitterten - und einzigen - Gegner dieses Rennens, dem Schwesterschiff Moonbeam of Fife III, passiert. Die Sonne brennt über einem fast wolkenlosen, dunkelblauen Himmel, der Wind bläst mäßig aus Nordwest, die Stimmung an Bord ist gut, und die Moonbeam IV fährt mit schöner Rauschefahrt auf Halbwind-Kurs Richtung Ziel.
Dann kam der Mistral. Wie aus dem Nichts fällt der berüchtigte, kalte Mittelmeerwind, den die Einheimischen auch Aurassos nennen, wenn er sehr stark bläst, oder Cisampo, wenn er außergewöhnlich kalt weht, über die berühmte Big Class der 20er Jahre her. Er rüttelt am Rigg und zerrt an Schoten und Tuch. Das 84 Tonnen verdrängende, Teak auf Eisen geplankte Schiff schüttelt sich kurz, und beginnt, stark zu krängen. Mikael Créac´h wirft einen kurzen, prüfenden Blick in die Segel. Dann gibt der Skipper kurz und knapp das Kommando, die Vorsegel zu bergen. Jeremie Le Floc`h, sein 31jähriger Bootsmann, und die Vorschiffs-Crew um die 30jährige Géraldine Gomez, den erst 24jährigen Tristan Rouff und die 27 Jahre alte Emmanuelle Bily handeln sofort. Nur Minuten später ist das weiße, im Wind schlagende Tuch gebändigt und an Klüverbaum und Deck gesichert. Nur mehr mit dem gesetzten Gaffel-Groß gischtet das weiße Schiff kurze Zeit später als endgültiger Match-Race-Sieger durchs Ziel.
"Weißt du, wer ich bin? Der Mondstrahl. Weißt du, woher ich komme? Schau nach oben!", schrieb der für Segelschiffe schwärmende französische Schriftsteller Guy de Maupassant. Der Berliner Wassersport- Fotograf Matthias Müncheberg begleitete im Sommer 2009 die Crew um Skipper Mikael Crèac`h auf der MOONBEAM IV zwei Tage lang auf dem Mittelmeer vor Antibes. Im Rahmen der Panerai Classic Yacht Challenge lieferten sich die Fife-Yachten MOONBEAM IV und Moonbeam of Fife III ein spannendes Duell, aus dem die Moonbeam IV schließlich nach mehreren Matchrace-Läufen als Siegerin hervorging.
Anlässlich dieser Wettfahrten entstand eine Foto-Serie, aus der nun eine Auswahl vorgestellt wird. Ab Sonnabend, 27.März 2010. Ort: Josef Heinrich, Bölschestraße 11, Berlin - Friedrichshagen.

Permalink: Segeln: Fotoausstellung in Berlin
Tags: moonbeam 4, moonbeam 3, five-yacht, antibes, wettfahrt, regatta, panerai classic yacht challenge, fotos, foto-ausstellung, fotografie
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Kommentar von:
Tim
(15.04.10 8:25 Uhr)
Ich war dort und kann nur bestätigen dass es echt toll war
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