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Kreuzfahrt
von Matt am 02.12.08

Einst waren die kleinen, früher oft zweimastigen Küstenfahrzeuge mit den charakteristischen Schratsegeln im gesamten Mittelmeerraum anzutreffen. Heute gibt es die meisten noch verbliebenen und ehedem auch als Zoll- und vor allem als Schmuggler- und Piratenboote benutzten Yachten auf dem Nil. In Luxor, vor allem aber am Fuße des mächtigen schleusenlosen Assuan-Staudammes, welcher den Strom in zwei Teile trennt, bieten Feluken-Skipper ihre Dienste an. Wer will, besteigt eines der ausladenden Boote. Und begibt sich für ein paar ägypische Pfund auf eine Zeitreise in die Geschichte Ägyptens - und zu den Anfängen des Segelns: Alles an Bord der Feluke Gehan ist einfach ausgeführt und aus Materialien hergestellt, die leicht zu erlangen sind. Winschen? Blöcke? Fehlanzeige. Alles an Bord ist einfach zu bedienen - und meist ohne den Einsatz von Geldmitteln schnell zu ersetzen. Nur so ist in dem weitgehend durch Armut geprägten Revier am Nil die ständige Einsatzbereitschaft der Boote gewährleistet.
Gehan, eigentlich ein persischer Mädchenname, steht dabei für die Welt. Oder das Leben. Das läuft an Bord einer Feluke langsam, sehr langsam ab. Träge schiebt sich der acht Meter lange Schiffskörper durch das mal dunkelgrün, mal gelblich trüb schimmernde Nilwasser vor der langgestreckten Skyline von Luxor Richtung Affeninsel und weiter ins etwa zweihundert Kilometer entfernte Assuan. Andere Lateinsegel gesellen sich in stiller Eintracht dazu. Nur wenn eines der großen Fluss-Passagierschiffe den Kurs der Gehan kreuzt, kommt Bewegung ins Boot. Dann zeigt sich, wie elastisch die langen Spieren der traditionellen Nilsegler, die das Segel am oberen Ende des Tuches tragen, wirklich sind. Wie Peitschen schlagen sie plötzlich aus, wenn die großen Bugwellen der Passagierdampfer durchgehen und die kleinen Boote auf einmal wild schaukeln lässt. Dass die Belastungen fürs Rigg manchmal auch zu groß werden können, zeigen zwei Nilsegler auf einem wackligen Steg direkt vor dem Luxor Museum, die am Wasser gerade eine der langen Spieren reparieren, die zu Bruch gegangen war. Sie tun das auf ihre ganz spezielle Art: Mittels eines dünnen Eisenbandes, welches um die angeschäftete Verlängerung und das intakte Restholz geschlagen und mit Nägeln befestigt wird. Ganz einfach. Bis zum nächsten Malheur. Dann wird eben wieder - auf die ägyptische Art - repariert.
Nebenan streicht ein Bootsjunge einen Riemen. Die gibt es auf jeder Feluke gleich doppelt. Denn Motoren haben die Nilsegler allesamt nicht. Bei Windstille wird gepullt. So wie man das etwa von deutschen Marinekuttern kennt. Doch was dort lediglich Ausbildungszwecken dient, ist hier Alltag. Segeln in seiner ursprünglichsten Form. Wer es etwas bequemer mag, bucht eine Flusskreuzfahrt. Die führt zumeist von Luxor über die Schleuse von Esna, Edfu und Kom Ombo zum Assuan-Staudamm. Das wird heute gemeinhin als die klassische Nilreise bezeichnet. Teil - und Höhepunkt - dieser Reise ist zumeist auch ein kurzer Ausflug auf einer Feluke. Wer mehr will, kommt wieder. Und reist an Bord eines Schiffes mit dem schwarzen Horus-Auge am Bug. Das wacht seit über zweitausend Jahren über die Schiffsleute auf Segelfahrt auf dem längsten Strom der Welt.
Foto: Erlebnis Feluken-Fahrt in Assuan rund um Elephantine, (c) nass-press.
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Wong
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Kommentar von:
willi
(08.01.09 11:13 Uhr)
Kann ich jedem nur raten, so eine Felukken Tour zu machen, macht echt Spass!
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