Verringert Arbeitszeit: Logicam made by Linssen Yachts
abgelegt im Archiv Motoryachts am 22.03.07
"Logicam ist eine von uns erfundene Technologie, deren Terminus sich aus "Logistik" und "Computer aided manufacturing" zusammensetzt". Die das sagt, ist Yvonne Linssen, Nichte von Jan, Peter und Harry und Tochter von Jos Linssen. Die vier Brüder vereinen zusammen mit Firmengründer Jac senior sowie den Youngstern Ruben, Jac junior und Yvonne drei Generationen und 58 Jahre Yachtbauerfahrung in sich. Ein Potential, aus dem sich in der Vergangenheit regelmäßig erfolgreich schöpfen ließ.
Neuester Coup der mit Marketing und Verkauf befassten Siebenundzwanzigjährigen: Zusammen mit ihrem Vater, dessen Brüdern und ihren Cousins erfand sie "Logicam". Diese Art von Serienfertigung sei im Yachtbau zwar nicht völlig neu - Bavaria baut etwa seit mehreren Jahren im Kunststoffbereich nach einer ähnlichen Methode - aber im Stahlbootsbau habe das bisher in Europa noch keiner versucht, sagt die studierte Marketing-Frau. Doch , "im Dreißig-Fuß-Yachtsegment zählt nur Qualität und Effizienz", ist sich die seit 2004 im Unternehmen ihrer Familie arbeitende junge Frau sicher; Ziel sei es daher gewesen, ein preiswertes, zeitgemäßes Zehnmeter-Schiff mit hohem Standard zu bauen.
Erreicht wird das seit Ende November 2006 durch Logicam. Und das funktioniert so: Nachdem ein Plasma-Brenner die Metallteile computergesteuert aus großen Platten herausgeschnitten hat, und diese zu einem Kasko zusammengefügt und versiegelt worden sind, landen die Schiffskörper vor einer Reihe von insgesamt 12 Arbeits-Stationen, vor denen sie, auf Schienen rollend, im Wochentakt um jeweils eine Stelle weiterrücken. Vorn wird dann die Linie mit einem neuen Kasko bestückt; hinten steht ein komplett fertiges Schiff zum Abtransport bereit. Nach dieser optimierten Fertigungsmethode sorgen insgesamt 14 Arbeiter (je einer pro Station plus einem Vorarbeiter und einem "Springer") dafür, dass der Bau eines
kompletten Schiffes 40 Prozent weniger arbeitszeit beanspruche.
"Bald werden wir vom Wochen- in den Vier-Arbeitstage-Rhythmus wechseln", das steigere nochmals die Produktivität und lasse den Bau von bis zu 100 anstatt wie bisher 70 Yachten pro Jahr zu, sagt Yvonne Linssen. Freuen können sich darüber nicht nur die Tüftler von der Maas, sondern insbesondere die Käufer der standardmäßig cremefarben lackierten Stahlyachten aus Maasbracht, denn für sie wird sich zukünftig die Wartezeit zwischen Kaufvertragsabschluss und Auslieferung (zurzeit bis zu zwei Jahren) wesentlich verkürzen.
Informationen im Internet: www.linssenyachts.com.
Foto: © www.nass-press.de.

Tags: linssen motoryacht logicam
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